Dies geschieht unbewusst. Die psychoperistaltische Entspannung u. Selbstreinigung wird verhindert. Auf Dauer kommt es zu Verspannungen, Haltungsveränderungen, z. B. hochgezogenen Schultern, Kloß im Hals, Bluthochdruck, Verstopfung, Durchfall, Unruhe in den Beinen, flache Atmung, Schlafstörungen und vielen anderen psychosomatischen Erkrankungen. Es entwickelt sich ein muskulärer Abwehrmechanismus u. damit ein Muskelpanzer, durch den keine Energie mehr hindurchfließen kann. Schon in der Kindheit kann ein solcher Abwehrmechanismus entstehen. Durch die Massage wird die „Psychoperistaltik" angeregt, d. h. durch Stress oder Schreck aufgebaute psychische Blockierungen werden aufgelöst u. die Person wird wieder in Kontakt mit dem Fluss der Lebensenergie gebracht. Die Massagetechniken bewegen die Körperflüssigkeiten im Gewebe und damit die Lebensenergie, das Qi, (so heißt es in der Akupunktur). Das funktioniert, denn man weiß, dass Flüssigkeit Energie anzieht u. bindet. Sie induziert eine tiefe Entspannung, reaktiviert gleichzeitig die energetischen Flüssigkeitstaus u. Spannungspunkte in Gewebe, Muskeln u. Knochen. Die mit dem Stethoskop abgehörten Darmgeräusche geben dem Therapeuten Rückmeldung über die Wirkung der Massage. So werden die abgekapselten Gefühle u. Erinnerungen durch die Therapie gelöst, - sei es durch „psychoperistaltische" Entladungen des Organismus, sei es durch erneutes emotionales Durchleben im Schutz der Therapie. Natürlich wird dabei auch gesprochen, aber in einer emotional verwurzelten Weise, wie es G. Boyesen betont. Genau wie die Schalen einer Zwiebel, die man abzieht, lösen sich die energetischen Verpanzerungen des Körpers. Unvollendete emotionale Zyklen schließen sich. Die Fähigkeit, sich tief zu entspannen, nimmt zu, auch außerhalb der Therapie, u. damit das allgemeine Wohlbefinden. Die Stressbarriere erhöht sich.
Ist die Regulation wiederhergestellt, lernt der Patient, in besserem Kontakt mit den Lebensimpulsen zu bleiben und ein wichtiges Prinzip der Biodynamik zu erfüllen, - den Grundsatz der Selbstregulation. Die Lebensfreude kehrt wieder zurück.
Diese Methode hat sich bei psychosomatischen Erkrankungen, seelischen Problemen, Depressionen, Lebenskrisen, vegetativen Störungen sowie Muskelverspannungen bewährt, z. B. chronischen Schmerzzuständen, Erschöpfungszuständen, Darmerkrankungen.