Die Sehnsucht das Leben zu spüren
Körperpsychotherapie – die Reise zum eigenen Selbst
Einen Weg die unbewussten zentralen Themen in seiner Seele zu finden, stellt die Körperpsychotherapie dar. Sie hat den ganzen Menschen im Sinn, begreift ihn in seiner Gesamtheit. Unter dem Motto „Werde, was Du vom Wesen her bist“, lädt die körperorientierte Psychotherapie zu einer Erlebnisreise ein, deren Ziel es ist, den Kontakt zu seinem eigenen Selbst zu finden. Menschen, die sich in einer seelischen Notlage befinden, denen Lebensfreude und der Sinn des Lebens abhanden gekommen sind, kann durch diese Heilbehandlung wieder Selbstvertrauen und innerer Frieden erwachsen. Zu diesem Thema befragte BLICKPUNKT Martina Stegner, Heilpraktikerin für Körperpsychotherapie in Pirmasens.
Innerhalb der Psychotherapie stellt die körperbezogene Psychotherapie oder Körperpsychotherapie eine eigenständige Richtung dar. Die verschiedenen Therapieansätze der Körperpsychotherapie haben als grundlegende Annahme zu eigen, dass die Vorgänge von Körper, Geist und Seele nicht getrennt voneinander betrachtet werden können und in diesem Dreiklang eine funktionelle Einheit bilden, die sich im Körper des einzelnen Individuums als Ganzheit widerspiegelt.
Vor diesem Hintergrund wird Krankheit als seelische Notlösung verstanden. Der Mensch ist sich seiner Not nicht bewusst oder versucht über Verdrängung sich dieses Missstandes zu entledigen.
„Oft sind Fühlen, Denken, Handeln nicht mehr miteinander verbunden, wodurch der Fluss des Lebens sehr erschwert wird. Die Wahrnehmung des körperlichen und emotionalen Bereiches ist mit der Zeit verloren gegangen. In der Körperpsychotherapie achten wir Therapeuten darauf in welchem Maße der Körper beseelt ist, dass heißt belebt ist und inwieweit Gefühl und Verstand eine Harmonie bilden. Dieser Gleichklang ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit des Menschen. Ist dies nicht der Fall, entsteht ein innerer Konflikt, zwischen Gefühl und Verstand, den der Körper schließlich mit Krankheit bekämpft. Der Konflikt löst sich dann auf, wenn Klarheit und Bewusstsein über das Gefühl eingetreten ist. Der Körper dient hier gewissermaßen als Spiegel für das unbewusste Seelenleben und kann auf diese Weise einen Zugang zur verdrängten seelischen Wirklichkeit öffnen“, erklärt Martina Stegner.
Körperpsychotherapie bietet die Chance der Selbsterfahrung. Der Klient ist aufgefordert aktiv an der Bewältigung seiner Probleme mitzuarbeiten. Ängste, Lebenskrisen, traumatische Erfahrungen können so aufgearbeitet werden, wodurch sich die Sicht auf Lebensfreude und Wachstum richtet.
Die körperorientierte Psychotherapie bindet den Körper mit seinen Empfindungen und Reaktionen in seine therapeutische Arbeit ein. Der Klient wird angeleitet, achtsam die Vorgänge in seinem Innern zu betrachten.
„Wir Therapeuten arbeiten mit transformativem Atmen, körperorientiertem Kontakt und Beziehungsarbeit, psychotherapeutischer Massage, Hinführung zu mehr körperlicher Selbstwahrnehmung und Selbstausdruck (unter anderem zur Angstbewältigung), Arbeit mit inneren Bildern, Energie und Bewußtseinsarbeit, biodynamische Vegotherapie.
Bei der Vegetotherapie arbeitet man mit Berührungen, Atmung, Gefühls- und Bewegungsausdruck, das heißt den eigenen Impulsen, die von innen kommen wird Aufmerksamkeit geschenkt und unterstützt. Es entsteht ein dynamischer Dialog zwischen Körper und Seele, was schließlich die Kontaktfähigkeit nach innen und nach außen, zum Beispiel zu anderen Menschen verbessert.
Der Rahmen wird gesetzt durch die therapeutische Beziehung zwischen Klient und Therapeut“, so Martina Stegner und weiter „Ich versuche nicht die Neurose zu beseitigen, wie man eine faule Stelle eines Apfels herausschneidet. Vielmehr arbeite ich daran, „die Neurose tanzen zu lassen“, ihr zu erlauben, sich in einem geschützten Rahmen auszudrücken und aus dem Muff der abgetrennten Innenwelt in die Lebendigkeit zu treten. Nicht die Neurose ist für das Leiden verantwortlich, sondern der panische Versuch, den in ihr steckenden Schmerz und die damit in ihr gehaltene Energie nicht fühlen zu wollen.“
Diese Körperarbeit bringt Bewegung in verfestigte Strukturen. Traumatische Erfahrungen werden aufgearbeitet, die Energie kann wieder fließen. Lebensfreude, Selbstvertrauen, Kraft und Gesundheit sind wieder fühlbar.
Die theoretischen Wurzeln der Körperpsychotherapie gehen zurück auf: Wilhelm Reich, Kurt Goldstein, Sigmund Freud, Carl Gustav Jung, Otto Rank, Donald Winnicott, John Bowldy, Gerda Boyesen, Wolf Büntig, David Boadella, Karl Dürckheim, Hans Krens.
Weitere Informationen zum Thema Körperorientierte Psychotherapie bekommen Interessierte bei Martina Stegner, Telefon 06331/64015.
Text/Foto:kar