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Mit den Händen heilen

Die Heilpraktikern Martina Stegner setzt auf die „kraniosakrale Körpertherapie" - Verhärtungen und Verspannungen lösen

von unserer Mitarbeiterin maria specht

Als Martina Stegner, Heilpraktikerin und Körpertherapeutin, auf die so genannte „kraniosakrale Körpertherapie" stieß, wußte sie sofort: Das ist es, das möchte ich machen. „Mit den Händen heilen" wird diese Therapie auch umschrieben.

Mit „kraniosacral" wird die funktionelle Einheit von Cranium (Schädel) und Sacrum (Kreuzbein) betont, die über ein hydraulikähnliches und membranöses System miteinander verbunden seien. Die Therapie komme aus Amerika, sie sei dort weitaus bekannter als in Deutschland, so Martina Stegner. Es sei eine sanfte Form der Chirotherapie beziehungsweise der Osteopathie (Knochenheilkunde).

Sie beruhe auf Studien des Osteopathen Sutherland, die dieser in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts im Selbstversuch machte. Sutherland stellte eine Beweglichkeit der Schädelknochen auch bei Erwachsenen fest und fand neben Atmung und Herztätigkeit einen weiteren Körperrhythmus, den sich später William Garner Upledger mit Produktion und Resorption der Hirnhautflüssigkeit erklärte. Dieser Rhythmus hat etwa acht bis zwölf Zyklen in der Minute. So wie Atem- und Herzrhythmus ist auch dieser mit den Händen zu spüren.

„Man kann zum Beispiel fühlen, ob er eingeschränkt, symmetrisch, stark oder schwach ist, ob Verhärtungen, Verspannungen im Bindegewebe beziehungsweise an bestimmten Knochen vorliegen. Dementsprechend kann man durch Grifftechniken die Verspannungen lösen beziehungsweise die Knochenbewegungen ins Gleichgewicht bringen."

Martina Stegner behandelte beispielsweise eine Frau mit starker Migräne. „Sie hatte 40 Jahre lang bis zu 14 Tabletten Schmerzmittel genommen. Bis jetzt war sie 20 mal bei mir und nimmt nur noch zwei Tabletten am Tag, an manchen Tagen gar keine. Die Nierenwerte sind besser geworden, die Leberwerte sind fast normal."

Ganz besonders guten Erfolg habe sie bei der Behandlung eines Patienten gehabt, der mit Nackenschmerzen zu ihr kam. Die vom Arzt verschriebenen 20 Massagen hätten ihm nicht geholfen. „Nach drei Behandlungen waren die Schmerzen weg."

Eine Sitzung dauert zirka eine bis eineinhalb Stunden. Martina Stegner arbeitet mit leichtem Zug und Druck an Knochen und Membranen des ganzen Körpers. Es könne sein, daß jemand mit Rückenbeschwerden komme und auch am Kopf gearbeitet werde. „Es werden selten mehr als fünf Gramm Drück ausgeübt. Ich merke, wo Verhärtungen und Verspannungen sind und arbeite daran, bis sich die Verspannung löst." Trotz der aus gesprochen sanften Methode könne man davon Muskelkater bekornmen, der Körper reagiere. Und auch die Psyche. „Manche nicken ein, andere sehen Farben, erinnern sich an etwas aus der Kindheit oder fangen an zu weinen." Immer sei es die Arbeit zweier Personen: Der Therapeutin und des Patienten. Man müsse sich darauf ein lassen, der Erfolg lasse nicht auf sich warten.

Martina Stegner (links) bei der Behandlung
—FOTO: MANGOLD

Erfolge könnten hauptsächlich bei akuten und chronischen Schmerzen erreicht werden, Gelenkschmerzen, Rückenleiden, Rheuma, Konzentrations- und Schlafstörungen aber auch beispielsweise bei depressiven Verstimmungen, Ängsten, Zähneknirschen im Schlaf oder Kiefergelenksbeschwerden.

Von Dr. John E. Upledger, Osteopath, dem die von ihm entwickelte kraniosakrale Therapie einen internationalen Ruf eingetragen hat, ist eine Einführung in die kraniosakrale Arbeit in der deutschen Übersetzung „Auf den inneren Arzt hören" beim Sphinx Verlag, Basel, erschienen.

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